Doch das darf er und das sollte er, wenn keine Vorerkrankungen oder fehlende Zähne ihn daran hindern. Bei älteren Hunden sollte man die Knochenfütterung abwägen.
Knochen ist neben Fleisch, Euter und Eierschalen der natürlichste Hauptcalciumlieferant überhaupt. Der Darm dient der Aufnahme und Ausscheidung von Calcium, die Skelettknochen sind Zwischenspeicher und über die Nieren wird übermäßiges Calcium ausgeschieden. Nimmt der Hund zu wenig Calcium auf und sinkt der Calciumgehalt im Blut, hemmt das körpereigene Parathormon die Calciumausscheidung und die Phosphatrückresorption in den Nieren. Bei einer verminderten Phosphatrückresorption kommt es zu chronischen Nierenkrankheiten (CNI). Neben der Stabilisierung des Skeletts und der Nieren unterstützenden Funktion, werden durch das Abknabbern und Kauen der Knochen die Zähne des Hundes auf natürliche Art und Weise von Belag befreit.
Nicht nur strahlend weiße Zähne, sondern auch eine Verminderung von Mundgeruch kann damit erzielt werden.
Aufgrund der stark sauren Magensäure des Hundes (pH-Wert 1), können auch Knorpel-und Knochenreste verdaut werden. Wichtig an dieser Stelle ist zu sagen, dass Knochen nur ROH und nicht erhitzt verfüttert werden darf. Beim Prozess des Erhitzens verliert der Knochen seine Elastizität, wird spröde und kann dann leicht splittern. Dies führt häufig zu Verletzungen im Maul-, Magen-, Darm- und Afterbereich. Im Idealfall befinden sich am Knochen noch fleischige Reste, die sogenannten fleischigen Knochen.
Fleisch und Blut sind Schlüsselreize, die die Magensaftproduktion anregen. Frisst der Hund den Knochen pur ohne eine fleischige Mahlzeit, kann er nach einigen Stunden den Knochen wieder erbrechen. Neben dem Fehlen von ausreichend Magensäure, spielt der gestiegene pH-Wert durch das Calcium im Knochen eine entscheidende Rolle.
Der Knochen wird langsam und schlecht verdaut und verbleibt zu lange im Magen. Dieser rebelliert dann schon bald und möchte die „unverdaubaren“ Teile wieder loswerden. Dies kann man vermeiden, indem man fleischige Knochen, wie z.B. Beinscheibe, Putenhälse, Hühnerhälse oder Geflügelkeulen etc. verfüttert. Oder den Knochen nach einer Fleischmahlzeit reicht oder eine Mahlzeit wählt, bei der bereits durchgewolfte Knochen enthalten sind.